Flow – ein Klassiker

Mihaly Csikszentmihalyi’s Buch „Flow“ ist ein Klassiker der Glücksliteratur. Der Mann mit dem unaussprechlichen Namen ist als Sohn eines ungarischen Diplomaten geboren. Er wanderte in die USA aus und studierte Psychologie. 1975 prägte er den Begriff „Flow“. Es geht darin um einen Zustand des Hochgefühls der mit einer völligen Konzentration und Vertiefung einhergeht. Flow wurde auch als Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch beschrieben. Manche würden auch Trance-Zustand sagen. Csikszentmihalyi untersuchte neben Künstlern, Extremsportlern und Chirurgen auch Fabrikarbeiter.

Begünstigend für Flow-Erlebnisse sind Tätigkeiten, die genau zwischen Unterforderung bzw. Langeweile und (eine mit Angst verbundene) Überforderung. Dazu kommt, dass die Aufgabe verständlich, also eine klare Zielsetzung bzw. eine Absicht vorhanden ist. Während des Schaffensprozesses gibt es idealerweise keine Unterbrechungen von außen, so dass dem Tun volle Konzentration gewidmet wird. Wichtig für Flow-Erlebnisse ist ein gewisses Maß an Kontrolle bei gleichzeitigem Loslassen in Hinblick auf das Ergebnis. Es soll richtig Spaß machen und wir vergessen die Zeit.

Was können wir tun, um Flow zu erleben?

  • Klare Ziele setzen: wissen was und wie wir etwas tun
  • Unmittelbares Feedback: Aufgaben, die uns sofort sagen, ob wir auf dem richtigen Kurs sind begünstigen Flow z.B. beim Segeln oder ein Chirurg im OP-Saal.
  • Balance zwischen unseren Fähigkeiten und Herausforderung: wir können es, sind nicht über- und nicht unterfordert, sodass wir unsere Skills perfekt einsetzen können.
  • Konzentration: Wir machen nicht 3 Sachen gleichzeitig, sondern konzentrieren uns voll uns ganz auf die eine Aufgabe, die vor uns liegt.
  • Im Moment sein: Uns plagen nicht irgendwelche Gefühle oder störende Gedanken. Wir sind im hier und jetzt. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit gezielt auf den jetzigen Moment.
  • Gefühl der Kontrolle: Wir setzen unsere Fähigkeiten ein, fühlen uns in Kontrolle und lassen gleichzeitig los.
  • Frei vom Ego: Wir sind so konzentriert, dass wir alles ausblenden. Wir denken nicht mehr daran, wie wir aussehen oder was andere über uns denken könnten. Wir haben das Gefühl Teil eines größeren Ganzen zu sein und fühlen uns in Harmonie.
  • Time out: Gefühlte Minuten werden plötzlich zu Stunden und umgekehrt. Manche Leute sind so vertieft, dass sie richtiggehend im Tun aufgehen. Eine Balletttänzerin erlebt eine Pirouette in Zeitlupe während ein Künstler ein Werk in der Früh beginnt und um Mitternacht vollendet ohne seinen Hunger zu bemerken.

Der Unterschied zwischen Vergnügen und Freude

Nach Csikszentmihalyi sieht es so aus:

  • Vergnügen („pleasure“): erfordert keinerlei Anstrengung. Jeder kann es z.B. essen. Es sind schöne Momente, die auch wieder vorbeigehen. Wir wachsen nicht daran und wir laufen Gefahr süchtig zu werden.
  • Freude („enjoyment“): Viel erstrebenswerter ist daher die Freude. Mit neuen Aufgaben und Herausforderungen wachsen wir und entwickeln uns weiter. Freude ist demnach befriedigender und nachhaltiger.

Fazit

Flow hat definitiv in die Populärkultur Eingang gefunden und fast jeder kennt den Begriff. Er erklärt nicht alles. Viele von uns können sich an eine Handvoll solcher Erlebnisse erinnern. Die beschriebenen Charakteristika von Flow sind sinnvoll und das Buch absolut lesenswert. Trotzdem braucht es meiner Meinung nach mehr als Flow. Konzentriert und im Jetzt zu sein ist sicherlich ein Schlüssel. Diesem Thema werde ich noch weiter auf den Grund gehen. 🙂

Ich habe übrigens sowohl das Buch durchgeschmökert als auch das Audible Hörbuch gehört. Perfekt bei längeren Transportwegen und Wartezeiten kann einem das Hörbuch die Zeit versüßen. Man gewöhnt sich auch schnell an Csikszentmihalyi’s Englisch. 😉

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