Was ist Glück und warum ist es wichtig für uns?

Die Frage der Fragen, was ist Glück wirklich? Wie bei jedem komplexen Thema gibt es unterschiedliche Perspektiven und Definitionen. Wie schon in meinen Blogartikel „Was ist „Glück“ kurz angesprochen, ist es zunächst einfacher zu bestimmen, was Glück nicht oder nur zum Teil ist:

  • Zufallsglück („Luck“): Dieses können wir nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussen (z.B. sich ein Lotto-Los kaufen) aber nicht bestimmen oder messen. Daher ist das Zufallsglück für die Glücksforschung irrelevant.
  • Vergnügen („Pleasure“): Auch als kleiner Cousin des Glücks bekannt. Vergnügen bezieht sich auf die Glücksmomente im Leben, wenn wir z.B. ein Stück Schokolade genießen, uns am Sonnenuntergang erfreuen, uns beim Streicheln eines Haustiers gut fühlen. Oft ist Vergnügen an die Erfüllung von grundlegenden Bedürfnissen geknüpft oder einfach ein schöner aber leider flüchtiger Moment. Es ist also gut zu wissen und voll auszukosten, was uns Vergnügen bereitet und Spaß macht. Hier ist jeder selbst Experte, was ihm oder ihr gut tut. Wenn allerdings unser gesamter Lebensinhalt nur auf Vergnügungen basiert (Hedonismus), würde uns wohl irgendwann langweilig werden und wir würden uns nach mehr sehnen.

Definiere Glück

Ed Diener, auch Dr. Happiness genannt, ist einer der führenden Glücksforscher. Er hat den Terminus Subjektives Wohlbefinden („Subjective Well-being“) geprägt, seine Definition von Glück:

  • Zufriedenheit im Leben („Life Satisfaction“) bestehend aus der persönlichen, subjektiven Einschätzung hinsichtlich
    1. Balance zwischen positiven und negativen Gefühlen im Leben
    2. Ausmaß, mit dem sich unsere Bestrebungen und Ziele im Leben verwirklichen
  • Positive und negative Erfahrungen

Wer wissen möchte, wie es mit dem eigenen Wohlbefinden steht, kann die zwei Tests auf Ed Dieners Webseite (auch auf Deutsch!) machen: Satisfaction With Life Scale (SWLS) und Scale of Positive and Negative Experience (SPANE)

Sonja Lybomirsky (The How of Happiness, 2008) nennt folgende Faktoren:

  • Erfahrungen von Freude und positivem Wohlbefinden
  • Grundsätzliche Zufriedenheit mit dem Leben
  • Wahrnehmung, dass das eigene Leben gut, bedeutungsvoll und wertvoll ist.

Barbara Frederikson, hat sich in ihren Forschungen vorallem den „Positiven Emotionen“ gewidmet. Hierzu ein kurzes Video.

  • Positive Emotionen wie Liebe, Freude und Dankbarkeit fördern neue, kreative Aktionen, Ideen, Achtsamkeit, soziale Bindungen und bessere Gesundheit. Sie transformieren uns zum Besseren.
  • Wenn wir positive Emotionen erfahren, weitet sich unser Blick und wir öffnen uns neuen Möglichkeiten und Ideen.
  • Charaktereigenschaften sind schwer zu ändern aber positive Emotionen können wir relativ einfach in unser Leben bringen (z.B. durch Meditation).
  • Positive Emotionen helfen uns unsere persönlichen Wohlfühl-Ressourcen aufzubauen und unsere Widerstandsfähigkeit zu steigern, aus denen wir in schwierigen Zeiten schöpfen können.

Kurzfassung

Die Glücksforschung definiert also Glück im langfristigen Sinn und in Hinblick auf einen dauerhaften Zustand. Es heißt also nicht, dass ein glücklicher Mensch immer nur gute Gefühle hat und nicht auch Phasen des Unglücklichseins durchlebt. Da das Wort Glück sehr unterschiedlich besetzt ist, wird meist „subjektives Wohlbefinden“ verwendet. Zusammenfassend geht es also darum, einem Sinn im Leben zu haben, um Wohlbefinden, positive Emotionen, Zufriedenheit im Leben und um eine überwiegend optimistische Sicht und Bewertung des eigenen Lebens.

Glücksforschung – wozu eigentlich?

Die Glücksforschung entstand in den 1990er Jahren, in einer Phase, in der der Fokus der Psychologie hauptsächlich auf Krankheiten und negativen Emotionen lag. Zwar ist die Erforschung dieser Phänomene höchst relevant, aber sie war einseitig und so entsprang das Bedürfnis positive Gefühle und subjektives Wohlbefinden zu erforschen. Das Greater Good Science Center der Universität Berkeley nennt in ihrem Kurs „The Science of Happiness“ folgende Gründe, warum wir uns mit „Glück“ beschäftigen sollten:

  • Einsamkeit ist leider Trend. Immer mehr Menschen fühlen sich einsam und haben weniger enge Freunde.
  • Narzismus und Materialismus steigen. Unsere Gesellschaft wird egoistischer und materialistischer.
  • Mehr Ungleichkeit auf der Welt. Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer.

Die Gegenmittel zu diesen Trends sind wohl Nächstenliebe, Güte, Empatie und andere positive Emotionen, die wir in uns selbst entwickeln und mit anderen teilen können. Wir haben es in der Hand, unser Leben aktiv zu gestalten und glücklicher zu werden und damit unser Umfeld positiv zu beeinflussen. Siehe dazu 2 Übungen, um mehr Dankbarkeit in unser Leben zu bringen.  

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