Von Yoga und Flow

Mesi Toth (31) unterrichtet „Gentle Flow“ und „Yin Yoga“ im Yoga-Studio „Radiantly Alive“ in Ubud, Bali. Ich wurde durch ihren speziellen Stil, ihre fließenden Bewegungen und ihre selbstbewusste Ausstrahlung auf sie aufmerksam. Es stellte sich heraus, dass Mesi aus Ungarn kommt und seit fast zwei Jahren in Ubud lebt. Sie ist verheiratet und erwartet ein Baby. Ihr Hund Blacky ist beim Gespräch im Café Kué schwanzwedelnd dabei.

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Erzähle bitte über dich und wie du deinen Mann kennengelernt hast!

Mesi: Ich habe meinen Mann Brad auf einer Reise in Peru kennengelernt. Wir haben uns sehr gut verstanden und sind noch eine Weile gemeinsam gereist. Dann ging ich zurück nach Budapest. Wir blieben aber weiterhin in Kontakt. Schließlich nach rund einem Jahr entschied ich mich nach Sydney zu Brad zu fahren. Leider bekam ich nur für drei Monate ein Visum. Ich probierte dort zum ersten Mal Yoga. Anfangs fand ich es ganz nett aber nicht mehr. Dann machte ich aber weiter und begann täglich in Yoga Stunden zu gehen und alle möglichen Stile auszuprobieren. Nach drei Monaten musste ich weg und entschied mich nach Indien zu gehen. Ich blieb fünf Monate und machte meine erste Yoga-Lehrerausbildung. Es war so eine Phase, wo ich inspiriert war und Yoga weiter erkunden wollte. Ich reiste in den Nordwesten und Nordosten von Indien. Diese Reise hat für mich viel mit spiritueller Reinigung, Klärung und dem Loslassen von alten Emotionen zu tun gehabt. Es ging darum, mein Leben in die Hand zu nehmen und herauszufinden, wer ich bin und was ich mir vom Leben erwarte. Ich war damals 28 Jahre alt. Meine Reise zum Himalaya war unglaublich heilsam. Ich fühlte eine starke Veränderung („Shift“), die natürlich Zeit brauchte von mir in mein Leben integriert und umgesetzt zu werden. Etwas hat sich in mir verändert und das hat eine Lawine ausgelöst. Dann bin ich wieder zurück nach Australien gegangen um bei Brad zu sein. Dort habe ich angefangen Yin Yoga zu praktizieren und bin da ziemlich reingekippt. Ich meditierte, habe viele Bücher gelesen, die mich aufgebaut haben. Trotzdem war die Visa-Situation nicht ideal und ich musste nochmals das Land verlassen. Ich ging diesmal nach Nepal, um zu meditieren. Dort stieß ich auf das Kloster Kopan, das tibetischen Buddhismus lehrt. Ich fand heraus, dass sie einmal im Jahr einen speziellen Kurs anbieten, den November-Kurs. Ich wusste, dass sich mein Freund auch für Yoga und Buddhismus interessierte und bat ihn, den Kurs gemeinsam zu machen.

Brad war damals sehr erfolgreich in seiner Arbeit und gerade dabei die Karriereleiter hinauf zu steigen, daher arbeitete er viel und hatte wenig Zeit und Energie über sich selbst zu reflektieren. Es war eine etwas angespannte Situation. Seine Herkunft – er hat chinesische Wurzeln und ist in Australien aufgewachsen – und die Erwartungen seines Umfelds haben ihn irgendwie zurückgehalten. Tief in seinem Herzen wusste er bereits, dass das nicht das war, was er wollte. Und ich habe ihn da ziemlich herausgezogen. Er war etwas hin und her gerissen und hat schließlich zugesagt, mit mir den einmonatigen Meditationskurs zu machen. Von seiner Arbeit hat er sich karenzieren lassen.

Es war unglaublich. Dieser Kurs war absolut lebensverändernd. Wir fühlten beide, dass sich hier etwas in uns setzte. Alles was bisher in mir aufgewirbelt war, hat sich dort zusammengefügt. Früher war ich depressiv und hatte alle möglichen Essstörungen. Nach dem Kurs hat alles Sinn ergeben und ich konnte Zusammenhänge erkennen.

Dann stellten wir uns die Frage, was wir jetzt weitermachen sollten. Schließlich hat uns Indien gerufen. Diesmal gingen wir in den Süden und verbrachten Weihnachten dort. Ich nahm ein paar Yoga Stunden und erkundigte mich, ob ich ein Yoga Training machen könnte. Ich hatte zwar schon eine Yogalehrersausbildung absolviert, fühlte mich aber nicht sicher genug um wirklich zu unterrichten. Ich fand also diese Lehrerin und sie sagte, sie würde in Kürze ein Training in „Vinyasa Flow“ anbieten. Es war perfekt und ich sagte sofort zu. Ich lernte viel über Flow und wie ich einzelne Yoga Sequenzen fließend miteinander verbinden konnte. Es war echt erstaunlich und ich war voll drinnen. Die Abfolge von Yoga Positionen und Sequenzen wirkt so intuitiv aber da steckt sehr viel dahinter und es braucht Zeit das zu verinnerlichen und umzusetzen. Nach dem Kurs fühlte ich mich recht sicher in Yoga und reiste nochmals in den Norden von Indien. Brad fand eine Arbeit in Mumbai und so trennten wir uns nochmal für eine Zeit.

Das heißt, dein Mann hat seine Arbeit in Australien aufgegeben?

Mesi: Noch nicht. Er war immer noch karenziert. Einmal reiste er zurück nach Australien um sich sein Business Visum für Indien zu organisieren. Als wir am Abend telefonierten, fragte ich ihn wie sein Tag war. Er erzählte ganz beiläufig, dass er heute im Büro war und gekündigt hat. So als wäre es keine große Sache. 😀 Es war immer so im Hinterkopf aber wir hatten es während unserer gemeinsamen Reise nie so richtig angesprochen. Plötzlich war es für ihn ganz klar, dass er da raus wollte und dass es nicht mehr sein Weg war. Das war so schön.

Dann begann er in Mumbai zu arbeiten. Irgendwann lief mein Visum für Indien ab und ich ging zurück nach Hause. Und es fühlte sich auch natürlich und richtig an, nach Ungarn zurückzukehren. Ich hatte das Gefühl, dass ich jetzt so viel Gutes aufgesaugt hatte und ich wollte das teilen. Ich wollte, dass meine Leute, meine Familie, meine Freunde in irgendeiner Weise davon profitieren können. Ich ging in ein Yoga Studio in Budapest und begann quasi sofort zu unterrichten.

Du hast dich also wieder in Budapest niedergelassen?

Mesi: Genau und Brad kam einen Monat später nach. Wir verbrachten den Sommer dort. Wir wussten nicht, wohin als nächstes. Wir waren damals noch nicht verheiratet und er konnte nur 90 Tage in der Schengen-Zone bleiben. Er suchte also einen Job. Eigentlich eine lustige Geschichte: die Zeit wurde knapp und Brad musste Europa bald verlassen. Und dann fand er tatsächlich eine Woche vor Ablauf seines Visums eine Arbeit. Es war „Last minute“. Wir waren schon bereit gemeinsam nach Australien oder Amerika zu ziehen oder wohin auch immer. Wir wollten sowieso nach Amerika, weil wir zu einer Hochzeit eingeladen waren und dachten uns wir packen uns zusammen und bleiben mal dort und schauen was passiert. Und dann fand er diese Arbeit – die er bis heute macht!

Ich kam immer mehr in das Unterrichten von Yoga rein und bekam immer mehr Klassen. Ich habe eine richtige Klientel aufgebaut während wir dort lebten. Wir haben uns in Ungarn wirklich ein Leben aufgebaut. Es war nicht mehr befristet oder wie auf Reisen, sondern wir lebten dort in einer Wohnung. Und dann machte ich ein weiteres 200 Stunden Teacher Training in Kundalini Yoga. Das half mir wirklich fokussiert zu sein. Und es hat eine neue Farbe bzw. einen neuen Aspekt in meinen Yoga Unterricht gebracht. Ich begann nun alles zu mischen. Kundalini mit Vinyasa und brachte immer mehr auch Yin Elemente hinein. Das interessante war, dass ich nie nur einen Stil verfolgen wollte oder einer Organisation angehören wollte. Für mich ging es immer um die Balance. Ich wollte mich nie für eine Richtung verpflichten und bin immer zurückgewichen, wnn eine mich zu sehr zu vereinnahmen drohte. Ich dachte mir, das ist es nicht, worum es im Wassermannzeitalter geht. Es kann nicht dogmatisch sein.

Es geht bei Yoga darum, den Lehrer in dir zu finden, deinen eigenen Stil zu entwickeln und sich mit deiner inneren Weisheit zu verbinden.

Irgendwann nach ca. einem Jahr sind wir zu dem Punkt gekommen, wo wir zuhause nicht mehr weiter gewachsen sind. Es war eine großartige Erkundung, wiedermal verwurzelt zu sein und Routine zu haben aber wir fühlten nicht, dass unser Leben nachhaltig so sein sollte. Daher überlegten wir wohin wir gehen könnten. Wir dachten immer, Bali wäre cool aber wir waren noch nie dort und daher planten wir einen Abschiedstrip, einen Asientrip, nach Indien und dann zu Brads Verwandten in Hongkong, Singapur und Kuala Lumpur. Dann wollten wir nach Bali und zum Schluss nach Australien zu Brads Familie. Wir dachten uns, geben wir Bali eine Chance aber wir hatten bereits Flugtickets nach Australien. Indien war wiedermal verrückt. Wir waren 10 Tage in einem Kurs mit dem Dalai Lama, was einmalig war. Und dann fuhren wir in all diese asiatischen Großstädte. Ich hatte einen Kulturschock als ich diese Konsumgesellschaften sah und wollte schnell wieder weg. Als wir in Bali ausstiegen war es recht klar, dass sich das hier gut anfühlt. Zuerst waren wir im Süden von Bali, was nett war, mich aber nicht sonderlich berührt hat.

Als wir nach Ubud kamen, wussten wir, das ist es!

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Wir haben ein Haus gefunden, haben eine Anzahlung für ein Jahr gemacht, obwohl ich nicht mal einen Job hatte!! Brad arbeitete noch für die Firma in Ungarn und konnte seine Arbeit mitnehmen und online weiterarbeiten. Wir sind damit bis zu einem gewissen Grad abgesichert, aber ich wusste noch nicht, was ich tun sollte. Ich habe meine Bewerbung an das Yoga Studio „Radiantly Alive“ geschickt und zwar nur dorthin. Nichts passierte. Ich wusste, alles wird so kommen, wie es kommen sollte. Also fuhren wir nach Australien, um Brads Familie zu sehen und weil wir ja schon gebucht hatten. Wir waren sechs Wochen dort und kamen dann im Oktober 2014 zurück nach Bali und begannen unser neues Leben. Wir hatten zwei separate Wohneinheiten, einen Pool und einen schönen Garten. Wir nutzten das, um all unsere Freunde einzuladen. Dann fuhr ich nochmals für 100 Stunden Yin Yoga Training mit Sarah Powers nach Thailand. Das hat mir geholfen, noch mehr zu verstehen. Yin Yoga hat mich wirklich in seinen Bann gezogen und ich habe es sehr genossen. Sarah Powers ist eine tolle Frau. Ich glaube, es könnte dir auch gefallen, bei ihr eine Ausbildung zumachen!

Als ich zurückkam, wurde ich zu einer Probestunde ins „Radiantly Alive“ eingeladen. Das ist gut gelaufen. Mittlerweile unterrichte ich dort seit mehr als einem Jahr Yoga. Letztes Jahr haben Brad und ich übrigens geheiratet.

In diesem einen Jahr ist so viel passiert. Ich habe so viel gelernt. Dadurch, dass es hier so viele Yoga Stile und Richtungen und so unterschiedliche Leute gibt, bin ich so inspiriert. Allein in Ubud zu leben ist unglaublich inspirierend und stimulierend. Es gibt so viele talentierte Menschen, Lehrer, Heiler, Redner und jeden den man sich sonst noch aus der spirituellen Welt vorstellen kann, wenn man sich dafür interessiert und nach innen gehen will. Es gibt hier unendlich viele Möglichkeiten und Wege. Ich bin sehr froh, dass ich hier lernen und unterrichten kann. Ich brauche es, beides zu haben – zu reflektieren und Neues zu integrieren. Das versuche ich in meinen Stunden rüberzubringen.

Du hast es schon angesprochen, Ubud wird oft als sehr spiritueller Ort wahrgenommen, wie beeinflusst dich das?  Wie fühlt es sich an hier zu leben?

Mesi: Auf der einen Seite ist es sehr inspirierend und stimulierend, du wirst ständig in Richtung „Weiterentwicklung“ und „Wachstum“ gepusht. Spirituelle Reinigung („Purification“) ist so ein großes Thema in der balinesischen Kultur. Die andere Seite der Medaille ist, wenn du eine Pause davon willst, kriegst du keine. 🙂 Das läuft ständig und es gibt quasi keine Möglichkeit, eine Auszeit einzulegen. Mein Mann und ich haben daher hin und wieder das Bedürfnis auszubrechen. Daher fahren wir manchmal für ein paar Tage an den Strand oder sind mal für eine Woche weg. Die Dynamik ist sehr spannend.

Solange du mit dem Strom gehst und dich ihm hingibst, werden dir unglaubliche Tiefen und neue Seiten am Leben offenbart. Es ist wie Magie!

Aber sobald du dich widersetzt und es nicht fließen lassen willst, entsteht Leid. Das Geheimnis ist im Fluss mit dem Leben zu stehen, egal was passiert, und zu lernen sich dem hinzugeben. Das ist natürlich eine universelle Wahrheit, aber hier ist das so verstärkt, dass du schnell eine Ohrfeige kriegst. Zum Beispiel, wir hatten einen kleinen Babyhund und wir waren gerade in einer schwierigen Phase und waren überhaupt nicht im Flow. Nach zwei Wochen wurde unser Hund von einem Auto überfahren. Das war so eine Watsche ins Gesicht für uns. Wacht auf, was macht ihr! Dann sind wir wieder in den Flow gekommen und das Leben war wieder unterstützend. Der Kontrast ist hier sehr scharf.

Ich merke auch, dass es hier viele unterschiedliche Menschen gibt. Es gibt hier auch sehr talentierte Menschen, die quasi wie Außenseiter sind eben an anderen Orten nicht so gut hineinpassen. Viele fühlen sich dann in Ubud sehr wohl. Für mich ist das westliche Leben auch nicht weniger eine Blase wie das Leben in Ubud. Es ist natürlich schön, oben in den Wolken zu leben, aber es ist auch wichtig Yoga dorthin zu bringen, wo es die Menschen am meisten brauchen. Viele gehen wie Roboter durchs Leben, jeder Tag ist wie der andere, gezeichnet von Stress und Druck.

Es ist eine Illusion, dass wir die Kontrolle über unser Leben haben. Was wir tun können ist unser Bewusstsein zu erweitern, um bessere Entscheidungen zu treffen. Ich denke, jeder von uns hat eine Mission, eine Aufgabe. Wenn wir verbunden sind, sehen wir diese viel klarer.

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Die Probleme entstehen dann, wenn wir uns weigern und Widerstände aufbauen. Wenn ich an meine eigene Geschichte denke, sehe ich diese mit Abstand viel klarer. Meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich sehr klein war. Mein Vater war und ist leider noch immer Alkoholiker und meine Mutter starb als ich noch klein war. Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen. Meine Familienkonstellation ist also nicht ideal und ich habe lange Zeit eine sehr starke Abneigung gegenüber meinem Vater gespürt. Mittlerweile denke ich aber, alles passiert aus einem Grund. Ich habe mich innerlich mit meinem Vater versöhnt, auch wenn wir heute wenig Kontakt haben. Yoga hat mir geholfen, erwachsen zu werden, Verantwortung zu übernehmen. Ich war nicht mehr der „Follower“, das Schaf, sondern in meiner eigenen Kraft. Ich glaube, es ist so wichtig sein eigenes Ding zu machen und sich nicht mit den anderen zu vergleichen. Es ist wichtig, sich selbst zu vertrauen.

Gibt es ähnliche Plätze wie Ubud, die du kennengelernt hast?

Mesi: Der Himalaya ist ähnlich, aber die Energie ist anders. Für mich ist Bali „Shakti“ und der Himalaya ist „Shiva“. Bali, also „Shakti“ ist feminin, wie eine Mutter und hat eine gewisse Sanftmut („Gentleness“) und warnt dich. Bali gibt dir Zeichen, was dein Weg ist und was nicht. Du bekommst diese kleinen Reminders, wenn du zuhörst. Der Himalaya ist männlich und energisch. Es gibt dort viele Mönche und Yogis, die meditieren und von dort oben den „Raum für die ganze Welt halten“. Viel mehr als wir wissen. In Indien ist es meiner Erfahrung nach wesentlich härter und schroffer. Diese „Shiva“ Energie schneidet voll durch die Ignoranz und kann dich emotional schon ordentlich aufrütteln.

Möchtest du eine paar Einsichten aus Bali mit uns teilen?

Mesi: Ich würde sagen, die Erfahrung mit dem „Flow“ ist sehr wichtig für mich gewesen. Jetzt wo wir ein Baby bekommen, ist sehr viel innerer Widerstand und das Bedürfnis von Kontrolle in mir aufgekommen. Das liegt teilweise an den Hormonen und ist teilweise mental. Ich möchte gerne, dass die Dinge geregelt und in Ordnung sind. Ich möchte eine verlässliche Betreuung im Krankenhaus für die Geburt und einen verlässlichen Straßenverkehr aber all das passiert einfach nicht. Ich stoße immer wieder an Mauern. Ich bin noch immer nicht ganz darüber hinweg und kämpfe nach wie vor damit. Andererseits habe ich mich dafür entschieden, hier zu leben und hier mein Kind zu gebären, weil hier eine Freiheit und Schönheit herrscht, außerhalb des Systems zu sein und sich nicht unterordnen zu müssen und gesagt zu bekommen, was und wie ich etwas zu tun habe. Also, wenn du frei sein willst, musst du Verantwortung übernehmen. Für mich ist es das immer noch wert. Es ist es wert, dass ich die Dinge auf meine Art und in meiner eigenen Geschwindigkeit machen kann. Das war die wichtigste innere Arbeit an mir in den letzten sechs Monaten.

Ich würde dich gerne zum Thema Glück fragen. Was bedeutet ein glückliches, sinnerfülltes Leben für dich?

Mesi: Eine gute Frage.

Ich denke, es gibt eine tiefverwurzelte Zufriedenheit, die entsteht, wenn du das tust, was du liebst. Deine Energie und Zeit für Dinge aufzuwenden, die dir am meisten liegen und dir gut tun.

Das kann auch sein, einfach nur Mutter zu sein. „Nur“ Mutter sein :-D. Es kann auch sein, sich um jemanden zu kümmern, zu unterrichten, Lösungen für die Probleme in der Welt zu finden. Es kann so vieles sein, aber der Schlüssel zu meinem Glück war folgendes. Auf einer Ebene, wollte ich meinen Weg finden, wo ich mich erfüllt und verbunden fühle. Die Unterstützung von einem anderen Menschen zu haben, der mich liebt und respektiert, hat diese Erfahrung auf ein ganz neues Level gebracht.

Mir gibt es ein Gefühl von Glück, wenn ich eine Balance zwischen meinem privaten und meinem professionellen Leben auf eine Art finde, dass sie sich gegenseitig unterstützen.

Natürlich hängt Glück sehr von unserem Gemütszustand („State of Mind“) ab und wie wir uns selbst und unser Rundum wahrnimmen. Wir wissen alle, dass es uns nicht glücklich macht weitere Dinge zu erwerben. Vielleicht für einen Tag aber dann fallen wir wieder zurück und wollen mehr.

Das in Schach zu halten und unseren Geist zu trainieren ist unglaublich wichtig. Glück bleibt nicht in einem Gemüt, das untrainiert ist. Wir müssen uns trainieren, unsere Muster, unsere Bedürfnisse, die verrückten Tendenzen zu erkennen um dann den Raum zu schaffen zwischen unserem Wollen, den Impulsen und den Reaktionen darauf. Es geht darum, die Lücke, diesen Abstand zu vergrößern, um mehr Spielraum und Kontrolle zu haben, sodass wir weniger reaktiv sind und mehr operativen Raum haben. Ich bin selbst erst am Anfang des Pfades, Achtsamkeit zu entwickeln, die die Qualität unseres Lebens und unserer Erfahrungen enorm verbessert.

Welche Rolle spielt Yoga dabei?

Mesi: Yoga ist ein sehr kraftvoller Weg. Es ist nicht der einzige und vielleicht nicht der schnellste aber für mich der beste. Einfach auf deiner Matte zu sein, zu atmen, lässt bereits einen Raum entstehen.

Dein wahres Selbst, jenseits aller Konditionierungen, aller Do’s und Don’ts und aller Emotionen offenbart sich. Wenn du zulässt, dass diese Verbindung entsteht, liegt ein großartiger Weg vor dir.

Yoga ist so ein weites Feld. Es beinhaltet auch Meditation. Es muss keine sitzende Meditation sein, denn die ist nicht für jeden geeignet. Es gibt alle möglichen Arten von Bewegung. Für manche ist eher Chi Gong und Tai Chi passend. All das hilft uns, aus unserem Denken herauszutreten, uns zu verbinden und uns zur Frage zu bringen: Wer bewegt uns da?

Wie sieht deine tägliche Praxis aus?

Mesi: In der Früh spreche ich Mantras, komme zu mir, schaue wie ich mich fühle, was ich geträumt habe. Dann mache ich 3-4 Yin Yoga Übungen und softe Asanas, um in meinen Körper zu finden. Im Moment praktiziere ich sanfte Übungen nicht nur, weil ich schwanger bin, sondern weil ich sowieso nicht davon überzeugt bin, dass ich extreme Positionen machen muss um eine erfüllte Yogini zu sein. Daran glaube ich einfach nicht. Ich glaube an die Kraft dieser Formen, aber eher wegen der Erfahrung, die sie erzeugen als wegen dem, was sie in deinem physischen Körper machen.

Ich denke auch, es hängt vom Tag ab. Heute willst du vielleicht Yin Yoga machen, morgen Gentle Flow. Ich würde grundsätzlich aufpassen mit „sollen“ und „müssen“, weil es dich daran hindert von der Fülle der Praktiken, die es gibt, zu profitieren. Es gibt dieses Bedürfnis einer ganzheitlichen Praxis. Wir leben in einem Zeitalter, wo wir den Ausgleich suchen. Alles was den Ausgleich boykottiert, geht auch gegen unsere Ganzheit. Ich denke, es geht darum einen Mix aus verschiedenen Techniken für dein Bestes zu finden und zu variieren.

2 Kommentare on Von Yoga und Flow

  1. Lisi
    15. März 2016 at 1:39 (4 Jahren ago)

    Tolles Interview!!

    Antworten

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